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 Betreff des Beitrags: Der Einsatz von Musik
BeitragVerfasst: 12 Sep 2011, 10:25 
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Registriert: 23 Apr 2009, 11:36
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(Die Legalität von Musik wurde bereits anderweitig besprochen, also lasse ich den Fakt hier weg.)

Musik ist mächtig. Sie kann uns nerven, ängstigen, in Spannung versetzen und zu Tränen rühren. Aber bewusst müssen wir Musik nicht als die Emotion sondern den Träger eben jener Emotion sehen. Musik ist also eine perfekte Unterstützung, wenn sie richtig eingesetzt wird.

Da wir über Filme reden ist unser Bereich der Musik eher der der Soundtracks. Aber auch in Soundtracks und großen Machinima-Produktionen kamen gesungene Stücke zum Einsatz, weswegen wir diese ebenso im Hinterkopf behalten wollen. Generell möchte ich hier (aus persönlicher Sicht) in verschiedene Arten von Musik unterscheiden, die euch begegnen können: "Signifikante", "belanglose", "nervige", "totbenutzte", "temporär frische" und "allgemeingültige" Musik.

Signifikante: Es gibt Meisterwerke die jeder im Kopf hat, aber von denen man manchmal nichtmal den Verfasser/Komponisten kennt. "Fluch der Karibik", "Der Herr der Ringe", "Der weiße Hai", "Terminator", etc. Wir alle haben, nur beim hören des Soundtracks(!), sofort vor Augen um welchen Film es sich handelt. Daher ist es auch schwer diese Musik in einer ernsten Produktion zu verwenden. Die Gedanken des Zuschauers wandern sofort ab, wenn sie die signifikante Musik an falscher Stelle hören. Und eigentlich wollen wir ja dass sie bei unserem Werk bleiben. Daher wird solche Musik entweder gänzlich vermieden oder aber wohl dosiert eingesetzt. Als Beispiel möchte ich hier "Tales of the past 3" nennen. Gegen Ende wird ein kurzer Witz eingebaut, der mit einem kurzen Einspieler der "Herr der Ringe"- Musik untermalt wird. Cut und wieder weiter im Film. Dauert keine 10 Sekunden, ist aber ein perfekter Einsatz. Ihr könnt also alles mögliche kurz mit signifikanter Musik unterstreichen oder aber ihr beendet euren Film damit. In vielen Filmen ist der Einstieg und das Ende wichtig. Wenn ihr es schafft mit dem Schwarzwerden des Bildschirms nochmal Gänsehaut zu erzeugen, wirkt das lange nach. Und noch besser wenn ihr das mit eher unbekannter Musik erreicht habt.

Belanglose: Diese Art von Musik ist meist speziell auf den Film zugeschnitten und kann nichtmal im Hintergrund gedudelt werden. Beinahe jeder Soundtrack hat belanglose Musik und ihr könnt sie höchstens verwenden, wenn die Musik wie die Faust auf eure Szene passt (oder ihr die Szene halt genau um die Musik herum baut). Ein anderes Beispiel wäre PvP-Musik. Eigentlich ist egal was da im Hintergrund läuft solange es laut und schrill ist.

Nervige: Gott im Himmel...ich weiß nicht wieso, aber manchen Leuten scheint es zu gefallen "Musik" wie "Nyan-Cat" zu erschaffen. Es sind meist Ohrwürmer die für eine ernsthafte Produktion den Todesstoß bedeuten würden. Selbst der dosierte Einsatz führt meist zum Abbruch der Konzentration des Zuschauers, weswegen davon wirklich abzuraten ist. Für "Gnome mit pinken Haaren machen Unfug" ist es hingegen keine schlechte Wahl.

Temporär frische: Das ist die Vorstufe von "Totbenutzte". "Inception" und "Heart of Courage" sind dafür gute Beispiele. Eine Zeit lang will die scheinbar wirklich jeder nutzen, aber irgendwann nervt es zusehends. Das ist einfach wie mit zuviel Eiscreme.

Totbenutzte: "Requiem of a dream" ist da wirklich das Beispiel schlechthin. Das wurde so oft benutzt, dass viele Youtube-Kommentatoren schlichtweg danach schrien es möge ein Ende haben. Aber was soll man sagen...es gibt einfach Tracks mit denen sogar Kaffeetrinken episch dargestellt werden kann. Und ich denke wir werden diese Art von Tracks auch immer wieder hören.

Allgemeingültige: Wie bei den "belanglosen" gibt es auch die "allgemeingültige" Musik in jedem Sountrack. Sie kann sich von ganzen Tracks bis hin zum Stückwerk ziehen. "Forbidden Kingdom" ist da ein gutes Beispiel. Ein realtiv belangloser Sountrack, aber beim vorletzten Track ("As one tale ends...") kommt ab der Hälfte ein treibender Teil der sich wirklich gut für das Ende von einem Film oder Abschnitt nutzen lassen könnte. Alles davor und danach kann man eher vergessen.

Was kann man also gesamt zum Thema Musik sagen? Die Suche nach der richtigen Musik ist schwer und oft müssen wir schneiden und anpassen, um glücklich zu werden. Der Anspruch darf jedoch nie sein immer die beste Musik zu nutzen. Haltet eure Augen offen und guckt euch um. Ich mein...selbst "Pokemon 2" hat einen Soundtrack den man verwenden kann. Also nicht zu schnell abwinken, sondern auch mal an was rantrauen. Oder schaut eure Lieblingsfilme mal mit nur den Ohren. Ist ein ganz anderes Erlebnis wenn man sich mit der Musik fließen lässt und den Rest ausblendet. Musik ist die Verbindung zwischen Himmel und Erde...aber wir die wir sie einsetzen, müssen ein wenig auf dem Boden bleiben. *zwinker*

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"Ich werde die Zeitmaschine zerstören und mich der Erforschung von etwas viel wichtigerem zuwenden...den Murlocs!"
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Einsatz von Musik
BeitragVerfasst: 12 Sep 2011, 11:23 
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Wie mächtig Musik ist musste ich vor einiger Zeit bei "Das Sterben der Wächterin" feststellen, als ich ein Musikstück in eine Szene eingefügt habe, wodurch die Szene eine komplett andere Stimmung gekriegt hat, ich war positiv überrascht. Da Musik auf sehr emotionaler Ebene wirkt ist ihr Einsatz nur zu befürworten, gerade als "Lückenfüller" für eine Szene in der sehr wenig passiert kann Musik das Interesse des Zuschauers aufrecht erhalten.

Natürlich sollten Musik und Bild zueinander passen und können durchaus auch aufeinander ausgerichtet werden um den Synergieeffekt zu verstärken. In "Das Sterben der Wächterin" beispielsweise habe ich eine komplette Kampfszene nach der Hintergrundmusik aufgebaut.

Hier ein paar Lieder die man NIE in einem Machinima verwenden sollte, da sie mittlerweile bis zum Erbrechen ausgereizt worden sind:

-A knife in the Shadows (LOTR Soundtrack)
-Requiem for a Dream (LOTR Soundtrack)
-Chop Suey von SOAD
-Alles von Linkin Park
-Alles von Nightwish
-Der gesamte Soundtrack von Fluch der Karibik
-Der gesamte Soundtrack sämtlicher Final Fantasy Spiele
-...


Generell sollte man zwar abwechslungsreiche Musik verwenden, die sollte jedoch durchaus zum Film und zueinander passen. Wenn man mehrere Lieder aus derselben Quelle verwendet kann man sogar ein "Thema" aufbauen, in "Das Sterben der Wächterin" habe ich beispielsweise 3 Songs aus dem Soundtrack von "Alone in the Dark" für die Kampfszenen eingesetzt, um so ein fortlaufendes Thema über wiederkehrende Elemente (hier insbesondere der Chorus aus den 3 Liedern) zu schaffen.
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Einsatz von Musik
BeitragVerfasst: 12 Sep 2011, 18:16 
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Registriert: 10 Nov 2008, 19:10
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Karash hat geschrieben:
Natürlich sollten Musik und Bild zueinander passen (...)

Hier ein paar Lieder die man NIE in einem Machinima verwenden sollte (...)

Fand ich witzig... ja, diese Lieder wurden stark beansprucht. Das macht sie nicht schlechter, nur abgenutzt. Wenn man eine Szene hat und es zur Stimmung passt, dann ists halt so. Aber wenn man den umgekehrten Weg geht und von der Musik die Szene aufbaut, dann sollte man sich definitiv 2x überlegen, ob man nicht doch wo anders startet, wie Niridas meinte, signifikante Musik wohl dosieren. Ich finde solche Comments wie "das Lied hast du von Tales 3 geklaut" o.ä. immer witzig. Ist ja nicht so, dass (99% der Machinimaker) den Kram selbst komponiert hätten ;)

Anderes Thema, meiner Meinung nach sollten die Übergänge fließend sein. Wenn ihr innerhalb einer Szene einen Sprung von einem schnellen zu einem langsamen Lied o.ä. macht, dann blendet irgendwie darin über. Ein Lied zuende und zweites fängt an wirkt in meinen Ohren meistens nicht gut. Eventuell macht es dafür auch Sinn kurze (unsignifikante) Teile aus dem Lied zu wiederholen/rausschneiden oder ein paar Sekunden auf der Videospur hinzufügen/wegnehmen, damit man an einer passenden Musikstelle ankommt, die besser zum Schneiden geeignet ist.

Und m.M.n. Fehler Nr 1: Achtet darauf wenn ihr Musik benutzt, dass sie nicht so laut ist, dass sie Hintergrundgeräusche oder Sprache überdeckt (in meinem Film ist jeder Schritt von Hand vertont. Die Hälfte davon hört man nicht). Lasst dazu am besten jemand anderen den Film gucken, wenn man den Dialog kennt, versteht man ihn immer besser/deutlicher als jemand der ihn nicht kennt!

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Etwas anders besser zu finden, heißt nicht, dass es nicht gefällt...
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Einsatz von Musik
BeitragVerfasst: 16 Sep 2011, 00:01 
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Vorab: Schöner Beitrag und vielen Dank dafür Niridias.

Ich denke Musik ist immer ein Thema des persönlichen Geschmacks. Ich selber bin da auch sehr eigen. Ich habe mitunter Kritik für die Auswahl und den Einsatz der Stücke in meinen Filmen bekommen und wusste schon vorher, "dass" diese Kritik kommt.

Den Dauerbrenner Requiem for a Dream habe ich ebenfalls trotz Warnungen in VoC II verwendet und ich persönlich finde es nach wie vor genau an dieser Stelle richtig gut. Aber dazu gibt es natürlich auch andere Meinungen und die respektiere ich.

Karash hat ja schon oben beschrieben, dass er eine Kampfszene komplett nach Musik geschnitten hat und bei einer anderen Szene selbst überrascht war, wie sehr sich die Musik auf die Gesamtstimmung der Szene ausgewirkt hat.

Ich selber plane und schneide komplett nach Musik. Sprich ich höre manchmal zufällig irgendwo ein Lied und dann kommt die Idee zu einer Szene. Bevor ich überhaupt einen einzigen Schnitt gemacht habe ist die Szene schon zu 80% in meinem Kopf auf Basis der Musik geplant. Das ist vielleicht eine ungewöhliche Art zu schneiden, aber es halt mein persönlicher Stil. Da ist es mir auch egal, ob eine Szene unnötige Länge erhält, weil das Musikstück komplett oder bis zu einem in meinen Augen signifikanten Punkt gespielt wird. Auch ist es mir egal, wie häufig ein Stück vorher schon verwendet wurde. Wenn ich der Meinung bin es passt an einer bestimmten Stelle im Film perfekt, dann verwende ich es.
Wir alle sind hier denke ich der Ansicht, dass Machinima eine Kunstform ist. Und hier sollte man das zum Ausdruck bringen, was man selbst als künstlerischen Aspekt betrachtet. Bei meinen Filmen soll die Musik zusammen mit den Bilden möglichst starke Emotionen wecken. Dabei kann ich natürlich als oberste Referenz nur mich selbst nehmen. Wenn es auch mich wirkt, dann passt es für meinen Film.
Das muss nicht heißen, dass es auf andere Menschen in gleicher Form wirkt. Aber das ist auch nicht ganz leicht einzuschätzen.

Ich kann hier wirklich nur zu zwei Wegen raten. Entwender Ihr folgt logischen Aspekten, die oben beschrieben sind (z.B. ein Stück wird nicht verwendet, da es schon recht abgenutzt ist) oder Ihr verlasst Euch auf Euer Gefühl und Euren persönlichen Geschmack.
Mit Musik kann man es eh nie allen recht machen.
Es soll sogar Leute geben die Meisterwerke wie den Fluch der Karibik Soundtrack für Schrott halten. Da kann ich dann letztendlich auch nur die Hände über dem Kopf zusammen schlagen und mir denken, dass sich Geschmäcker doch manchmal stark unterscheiden.

Einige Kritiken zu VoC zielten auf ähnliche Themen ab und rieten dazu nur Stück von unbekannten Komponisten zu verwenden. Ich freue mich darüber, dass sich jemand dazu Gedanken macht und konstruktiv etwas beitragen will, aber an dieser einen Stelle wird jeder Kritiker da bei mir auf Granit beißen. Kurzum: bei Musik diskutiere ich nicht. Davon kann auch mein Team ein Lied singen (haha...was für eine wunderbare Metapher :) ).

Viele Grüße

Varath

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Varath - Site Admin
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Einsatz von Musik
BeitragVerfasst: 18 Sep 2011, 18:09 
BHP Team
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Registriert: 11 Jun 2008, 17:46
Beiträge: 158
Varath hat geschrieben:
[...] Davon kann auch mein Team ein Lied singen (haha...was für eine wunderbare Metapher :) ).

Viele Grüße

Varath


wohl wahr wohl wahr, ich weiß nciht wie oft ich schon gesagt habe: "Mach die szene doch so oder so" und dann kamm immer der satz:" Dann passt sie nicht mehr zur musik." Damit hatte sich dnan jegliche weitere Diskusion erledigt. :P
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Einsatz von Musik
BeitragVerfasst: 21 Nov 2011, 12:14 
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Registriert: 21 Nov 2011, 11:16
Beiträge: 16
Bloß nicht zu viel Musik einsetzen! Sie soll einen Effekt haben, dieser kann nur erreicht werden, wenn sparsam damit gehandhabt wird. Kommt natürlich auch immer auf den Film an, aber grade Neulinge setzen Musik oft einfach so ein, damit es "nicht so ruhig" im Film ist.


Zuletzt geändert von SweetEngine am 05 Dez 2011, 11:36, insgesamt 1-mal geändert.
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Einsatz von Musik
BeitragVerfasst: 29 Nov 2011, 18:12 
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Registriert: 09 Nov 2008, 15:39
Beiträge: 333
Ich habe mir nochmal ein paar Gedanken zur Musik gemacht.

Bei früheren Werken habe ich versucht, möglichst viel Musik einzusetzen, da die Musik dazu beiträgt ein gewisses Mindestmaß an Stimmung der Szene zu vermitteln. Selbst wenn man als einziges visuelles Bildelement das 3-minütige Standbild einer Karotte vorweisen kann, die richtige Musik ist ausdrucksstark genug um zu einem gewissen Grad alleine zu unterhalten.

Wie wir schon sagten, kann Musik Stimmung vermitteln - was jedoch auch ein Nachteil sein kann, etwa dann, wenn die Musik dem Zuschauer sagt, wie er sich zu fühlen hat. Man zwingt ihm eine bestimmte Meinung zu einer Szene von Aussen auf, anstatt ihm die Möglichkeit zu geben, selbst einen Eindruck zu gewinnen. Der Zuschauer gewinnt eine ganz andere Bindung zu einem Film, wenn dieser Film ihm nicht nur Dinge zeigt, sondern ihn auch dazu bewegt, aus sich selbst heraus Gefühle zu entwickeln, so dass das Filmerlebnis beinahe schon interaktiv wird.

Teilweise kann die Musik auch mit den anderen Filmbestandteilen kollidieren.
Beispielsweise wurde bei "Das Sterben der Wächterin" von mehreren Leuten kritisiert, dass zu wenig Musik verwendet wird. Für den internationalen Release habe ich den Film nun überarbeitet und dabei ist mir aufgefallen, dass viele Szenen insbesondere durch die darin vorkommenden Dialoge getragen werden und dass Hintergrundmusik in vielen Fällen von diesen Dialogen ablenkt. Zwar kann auch Musik eine Szene von der Stimmung her tragen, jedoch trägt sie nicht dazu bei, die übergeordnete Handlung voranzutreiben, was in den Dialogen viel klarer möglich ist. "Das Sterben der Wächterin" war sehr dialoggetragen und ich glaube, mit einer stärkeren Fokussierung auf Musik statt auf Dialog wäre es mir nicht möglich gewesen, die Handlungsentwicklung so unmissverständlich darzustellen.
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