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 Betreff des Beitrags: Klischees
BeitragVerfasst: 26 Sep 2011, 08:19 
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[Klischees sind] vorgeprägte Wendungen, abgegriffene und durch allzu häufigen Gebrauch verschlissene Bilder, Ausdrucksweisen, Rede- und Denkschemata, die ohne individuelle Überzeugung einfach unbedacht übernommen werden.

– Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur; Stuttgart 1970.


Wenn auch manchmal sehr nervig, kann das Klischee eine große Bereicherung für unsere Arbeit sein. Entweder weil wir bewusst darauf herum reiten oder weil wir es konsequent umgehen. Grundlage des Klischees ist gern ein gewisser Humor (in diesem Fall die Parodie). Aber auch in ernsten Produktionen finden sich immer wieder Stereotypen.

Beispiele von Wikipedia:

- James Bond´s Sätze: "Geschüttelt, nicht gerührt" und "Bond, James Bond".
- Der Gärtner als Täter in Kriminalfilmen.
- Mexican standoff: Zwei oder mehrere Gegner halten sich mit Schusswaffen in Schach.
- Scream Queen: Stereotyp der schreienden Frau die Opfer oder zu rettende ist.


Eigene Beispiele:

- Zehn kleine Jägermeister-Prinzip: Von zehn Kumpels bleibt am Ende (k)einer übrig.
- Der schwarze Bro: Wenn bei fünf Leuten einer eine dunkle Hautfarbe hat...ist klar wer zuerst stirbt.
- Explosion: Egal wie ein Fahrzeug auch landet...es explodiert!
- Dramatischer Schrei: Nooooooooooooooooooooooooooo! (Muss ich mehr sagen?) :)

Als Macher liegt es in unserer Hand wie wir Klischees bedienen oder vermeiden wollen. In den letzten Jahren hatten wir zuhauf "Fluch der Karibik" und uns wurde das Klischee des Piraten sehr schön verkauft. Aber was wenn nun Piraten in eurer Produktion auftauchen? Machen sie alle "Arrr!"? Spielt ihr im Hintergrund leise "He´s a pirate"? Gibt es den obligatorischen Papageien auf der Schulter? Oder wird das alles nur dezent angerissen und sich eher drüber lustig gemacht? Ganz mutig wäre natürlich all das komplett wegzulassen und die Piraten so darzustellen wie sie wohl wirklich waren. Aber dann kommt automatisch wieder die Frage: "Macht das meinen Film nicht weniger interessant?" Und das ist leider die Krux bei vielen Filmen. Entweder ihr wollt interessant sein oder konsequent. Klar, eine Mischung geht sicher auch, aber prinzipiell solltet ihr euch für einen Weg entscheiden.

Und haltet euch beim Klischee immer vor Augen: Es kann in vielen Formen vorkommen! Ob ihr nun einen speziellen Satz einbaut oder etwas eindeutig visuell darstellt...ihr habt es jederzeit in der Hand welche Intensität und welche quasi Auswirkung euer genutztes Klischee hat. Wollt ihr nicht wirklich auf Lacher abzielen bleibt dezent. Und wenn ihr komplett ernst bleiben wollt lasst die Klischees ganz raus.

Persönlicher Tipp: Wenn ihr um ein Klischee gar nicht herum kommt baut es ganz am Ende ein. Oder als Extraszene nach dem Abspann. Ein Film kann episch oder auch mit einem guten Lacher enden.

Edit: Ein wenig später fällt mir der wunderbare Beitrag vom Nostalgia Critic zu eben diesem Thema ein.
http://thatguywiththeglasses.com/videol ... st-cliches

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"Ich werde die Zeitmaschine zerstören und mich der Erforschung von etwas viel wichtigerem zuwenden...den Murlocs!"
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